10 Mai 2006

JEDER Mittwoch ist Deutschnationalistentag...

Jeden Mittwoch treffen sich Mitglieder deutschnationaler Burschenschaften um 12 Uhr Mittags zum "Couleurbummel" auf der Rampe der Universität Wien, die – in diesem Fall – passender Weise am "Dr. Karl Lueger Ring" 1 liegt. Jeden Mittwoch weht dieser antisemitische Hauch über der Uni-Rampe, war doch der Christdemokrat Lueger der Fackelträger und Brandstifter des Antisemitismus in Wien, dessen deutschnationale Adepten ihre jüdischen KommilitonInnen während der 1930er Jahre aus der Universität prügelten, bevor sie zu ihrer endgültigen Vernichtung beitrugen. "Farbe tragen – Farbe bekennen" heisst es bei diesen geistig aufs Nationale beschränkten Mit-Gliedern, und einen "Genierer" kennen sie bis heute nicht.

Einer von denen, Walter Sucher (Olympia Wien), verabschiedete am FPÖ-Parteitag am vorigen Wochenende das Publikum nach einer deutschnationalen Rede mit einem "wirklich alten" Gruß, der nur der österreichischen Nachfolgepartei der NSDAP ein "wirklich" alter Gruß ist:
"Ich möchte meine kurzen Worte mit einem Gruß beenden, der wirklich unser alter Gruß ist, nicht das 'Glück auf' von heute, nein, ich grüße euch alle mit einem kräftigen 'Heil' für die Zukunft."
Nun ja, Hauptsache das Käppchen passt den Burschis farblich und das Tuch ist fein. Und gegrüßt wird mit "Heil", wie die Medien berichten.

Viel wichtiger war aber die Kundgebung vor dem Innenministerium heute, wo um die Respektierung binationaler Ehen demonstriert wurde. Erinnerlich, werden ab sofort "illegale" nicht-österreichische EhepartnerInnen österreichischer EhegattInnen in Schubhaft genommen und gnadenlos abgeschoben. Soviel zur verlogenen Familienfreundlichkeit der schwarz-blau-orangen Regierung. Natürlich fuhren 2 Polizei-Mannschaftswagen, mehrere Motorräder und einige andere Einsatzfahrzeuge in der Herrengasse vor dem Innenministerium auf um die 3 Dutzend DemonstrantInnen in Schach zu halten...

"Gegen die binationalen Ehen gibts eh nix, wenn sie sich ordentlich benehmen..." hörte ich einen Uniformierten hinter mir beim Fokussieren des Fotoapparates zu einem anderen Uniformierten sagen... "Oh, when will they ever learn, when will they ever learn?" (cit. Pete Seeger); Seufz.

Kommentare:

Der Lappe ohne Rentier hat gesagt…

Gegen "Heil" ist absolut nichts einzuwenden

Denn wie der bekannte deutsche Wissenschafter Herbert Achternbusch herausgearbeitet hat, brüllten die Deutschen Massen niemals angesichts des Führers oder aus Grund eines sonstwie zu entbietenden Grußes "Heil" sondern "heilt!". Der sogenannte Hitler-Gruß lautete "heilt Hitler!", ein Imperativ an das Gegenüber, dem offenbar schwer (geistes-)kranken GröFaZ die offensichtlich dringend benötigte Therapie nicht länger zu verweigern.

Abgesehen davon vermute ich, dass Walter Sucher mit seinem gewiss missverstandenen Grüß (sicherlich lautete der auch "heilt!") Ähnliches für H.C. Strache andeuten wollte...

Quelle: Herbert Achternbusch / "Heilt Hitler" / D 1985

Herzelichst
Ihr Lappe

Anonym hat gesagt…

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