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02 Mai 2008

Erster Mai 2008 in Wien

Wieder einmal ist Erster Mai. Und da dieser Blog an einem ersten Mai vor 2 Jahren begann, gibts heute wieder einige Impressionen von der Wiener Ringstraße, dem Rathausplatz und vom Euro-Mayday. Here we go:

(auf die Bilder klicken, um sie zu vergrößern!)
Der Rathausplatz am frühen morgen. "90 Jahre Erste Republik" lautet das heurige Motto. Langsam füllt sich der Platz. Etwa 100.000 sollen es noch werden laut ORF-Rundfunk.

Der 17. Bezirk Hernals nähert sich mit Sambaklängen. Ganz hinten links (wo er früher auch mal politisch stand) ist der Hernalser und SPÖ-Klubchef Josef Cap zu erkennen.

Nach den Hernalsern nähern sich die Währinger (18. Bezirk)...

Und dann kommt schon die Initiative für eine gerechte Steuerreform "Fiona muss zahlen" (eine Anspielung auf den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der "es sich immer richten" konnte und dessen Ehefrau Fiona Swarovski)...

... ganz vorne dabei: Ferdinand Lacina; Finanzminister unter Vranitzky. Lacina war damals einer der anerkanntesten Finanzminister Europas.

Dazu passend die Visualisierung des Absinkens der Kaufkraft in den letzen 10 Jahren. Mit viel Krach marschiert dann die Gewerkschaft auf und nähert sich der Ehrentribüne:


Und hier haben wir sie, die Ehrentribüne. Sie sieht kaum anders aus als 2007:

In trauter Zweisamkeit unsere Nr.1 am Ballhausplatz Bundeskanzler Gusenbauer und die Nr.1 vom Wienerwald, unser Bürgermeister Michael Häupl. Was auffällt: Der Gewerkschafter Hundsdorfer hat einen billigeren (grauen) Anzug als die beiden Regierungschefs (an den Nähten an den Sakko-Taschen und der Art und Weise wie der Kragen anliegt einfach zu erkennen - für die SchneidermeisterInnen unter uns bitte 2 Bilder nach unten scrollen!) und der "Sozialdemokrat" Gusenbauer hängt sein rotes Tüchlein dezent auf die Reling, um damit nicht winken zu müssen... Dafür trägt der Bürgermeister gleich 3 Nelken an seiner linken Brust! Ob das was hilft?

Gnädig winken die beiden einem weiter unten lauernden Fotografen zu...

Man erspäht in der Phalanx der Vorbeimarschierenden alte Freunde... and guess who is coming for dinner tonight...

... it is Mr. Donauinselfest himself, Harry Kopietz! Hinter ihm Bezirksvorsteher Wimmer, der nachwievor sauer auf seine BezirksbürgerInnen aus Margareten (5. Bezirk) ist, weil man ihm sein Lieblingsspielzeug - die Tiefgarage im Bacherpark - per Volksentscheid weggenommen hat.

Ein nachdenklicher Sozialdemokrat am Rathausplatz...

Etwas weniger nachdenklich, dafür etwas deutlicher: die Jusos...

Und eine nachdenkliche Sozialdemokratin erinnert an die gesellschafts- und sozialpolitischen Aufbruchsjahre unter Bruno Kreisky. Währenddessen sammeln sich kleinere linke Parteien weiter hinten bei Parlament und Staatsoper:

Und am Nachmittag macht sich die alternative Mayday Demonstration (prekäre Arbeitsverhältnisse, Arbeitslose) auf den Weg. Hier sammeln sich gerade einige DemonstrantInnen vor der Rosa-Lila-Villa auf der Linken Wienzeile, Höhe Pilgrambrücke:

16 Oktober 2007

Herbergssuche

Letzten Dienstag fand in Wien eine große Demonstration für eine Novelle eines der restriktivsten Zuwanderungsgesetze Europas statt. Dieses Gesetz wurde unter der alten Regierung von der nationalistischen FPÖ in Übereinstimmung mit ihrem Koalitionspartner, der christlichen ÖVP, beschlossen. Ohne Not haben sogar die Sozialdemokraten diesem unmenschlichen Gesetz vor 2 Jahren zugestimmt. Bis heute weiss keiner warum. "In der Wolle gefärbte" Sozialdemokraten sagen, dass das Gesetz "noch schlimmer" ausgefallen wäre, hätten sie mit ihren "Roten" nicht mitgestimmt... Na, ich weiss nicht (in der EU haben nur Lettland und Zypern noch ärgere Gesetze wie heute im Ö1-Morgenjournal berichtet wurde).

Die Konsequenzen des unmenschlichen Fremdenrechts waren uns damals allen bekannt. Im Parlament haben nur die Grünen dagegen gestimmt und agitieren dankenswererweise bis heute dagegen. Es sind aber immer wieder KünstlerInnen, die grausam und luzid die Zukunft voraussehen, wie Egon Friedell, Jean Gebser et al.:

bitte auf die Faust klicken.

Die KünstlerInnen von defizit sind der lebende Beweis dafür, dass auch in Österreich MENSCHEN leben, die sich für MENSCHEN einsetzen. Dunkel erinnere ich mich an ein ÖVP-Plakat aus den frühen 1970er Jahren auf dem stand: "Mensch und nicht Nummer..." Aber das dürfte längst Geschichte sein, seitdem die ÖVP im Februar 2000 von den Teutschnationalen übernommen wurde.

KünstlerIn im Sinne der Menschenrechte kann übrigens jede und jeder von uns werden: Willi Resetarits und Stefan Slupetzky kümmern sich in "Trost und Rat" um eine möglichst breite humanistische Plattform.

Hier nun einige Impressionen von letztem Dienstag (5000-7000 Menschen protestierten FÜR ein menschliches "Fremden"-recht):

08 Mai 2007

1. Mai in Wien: Die IdealistInnen

Diese und weitere Bilder sind auf sternbild abrufbar. Lassen wir sie für sich sprechen.

Bilder anklicken, um sie zu vergrößern!