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09 Mai 2008

Der letzte Tag des 21er

Wegen der Eröffnung der U-Bahn-Linie U2 wurde am 9. Mai 2008 die Straßenbahnlinie 21 eingestellt, da sie sich mit der neuen U-Bahn teilweise überschneidet. Ich halte die Einstellung für falsch und bin damit nicht alleine... aber was solls.
Wir Wiener brauchen halt einige Jahre länger bis wir ökologisch sinnvolle Maßnahmen erstens verstehen und zweitens durchziehen.
So wurde etwa das erste U-Bahn-Konzept in Wien in den 1850ern vorgelegt (im "Stadtgraben" vor den Stadtmauern), verwirklicht wurde es wesentlich aufwändiger und um mehr als 100 Jahre später als "U2"; wenn jetzt Städte wie Strasbourg grandiose Straßenbahnkonzepte vorlegen... was kratzt das Wien? In 100 Jahren gehts ja auch noch...
Memento mori - die letzten Stunden des 21er am neunten Mai 2008:

(auf die Bilder klicken, um sie zu vergrößern)
...adieu 21er!

19 Jänner 2008

Wien will den Karlsplatz wieder mal neu gestalten

" Planungsstadtrat Rudolf Schicker bezeichnete die Karlsplatz- und Opernpassage als "Missing Link" zwischen Kärntner Straße und dem Karlsplatz selbst, wo Umbauten geplant bzw. bereits durchgeführt wurden. Für den unterirdischen Bereich - vor 30 Jahren gemeinsam mit der U-Bahn eingeweiht, bei der Oper sogar schon 50 Jahre alt - kündigte er für Jahresbeginn 2008 einen EU-weiten offenen Gestaltungswettbewerb an."

(Der Standard, 11. Dezember)

Folgende zwei Postings fanden sich darunter im online-Standard (der eine Poster nimmt gerne eine fortschrittliche Haltung ein, der andere verhält sich vornehmlich konservativ - aber hier haben sich die zwei offenbar gefunden).

lapinlahden linnut

30.12.2007 16:28
















roland rainer
der hatte doch ein fixfertiges konzept, das die kärntnerstraße quasi bis zum karlsplatz verlängert hätte. sperren wir die grindige passage einfach zu, verlängern die FuZo bis zur operngasse (TU), verlegen die rennbahnen am ring vor der oper und die, die den karlsplatz von der stadt abtrennt, unter die erde, wo dereinst die passsage gewesen sein wird!

Ignatius von Stein
04.01.2008 16:07


Re: roland rainer
...
das wäre genial - sehr schön.


Da dachte ich mir, ich versuche das ganze mal zu visualisieren. Man könnte über die Idee des Architekten Roland Rainer hinausgehen und quasi als Maximallösung die gesamte Gegend zwischen Oper und Karlsplatz verkehrsberuhigen und autofrei gestalten.

Das hieße, dass Straßenbahnen, Fahrräder und Fiaker als einzige Verkehrsteilnehmer so wie bisher in der neuen verkehrsberuhigten Zone unterwegs sein dürften. Die PKW- Zufahrten zu den großen Hotels (Imperial, Grand Hotel, Bristol und Sacher) blieben aber gewahrt. Die derzeitige Opernpassage würde aufgelassen und müsste einigen PKW-Unterführungen Platz machen (in der Art wie man sie aus Brüssel oder Paris kennt). Die derzeitigen Autofahrbahnen würden allesamt zu Fußgeherzonen werden. Das Ganze finden Sie im Detail in der folgenden Skizze.

(Bild anklicken, um es zu vergrößern)
Legende:

Grün: Autofreier Bereich (Fußgeherzone).
Gelb: Bereich, der auch verkehrsberuhigt werden könnte
Rot: Straßen
Rot strichliert: Tunnels, PKW-Unterführungen
Lila: Nebenfahrbahn, die für PKWs geöffnet bleibt

Ringlinienstraßenbahnen queren die Fußgeherzonen wie derzeit in der Favoritner FuZo, der Linzer Landstraße (FuZo) oder der Grazer Herrengasse (FuZo).

11 November 2007

Entrische Winkel in Wien – Teil 5: U-Bahnpeople im Dreiraum Anatomietheater

Schon vor einiger Zeit wurde die Vetrinärmedizinische Universität aus dem 3. Bezirk hinaus an die Floridsdorfer Peripherie übersiedelt. Das Gros der Räumlichkeiten ging an die Universität für Musik und Darstellende Kunst. Für einige Säle in der Beatrixgasse 11 hatten die neuen Benutzer aber keinen Bedarf, weswegen Hubsi Kramar dort im Seziersaal, dem Anatomiesaal und einem weiteren ehemaligen Hörsaal sein Dreiraumtheater unterbrachte. Damit sind diese Gebäude samt der etwa einhundertjährigen Ausstattung vorerst einmal vor der Spitzhacke der Demolierer sicher (insbesondere der Anatomiehörsaal stellt in Wien heute eine Rarität dar - s. die Bilder weiter unten).

Heute Abend fand im Dreiraumtheater aber keine Theatervorführung statt, sondern eine kleine, feine Vernissage. Der Kärnter Slowene, studierte Landschaftsarchitekt, Phänopraktiker und Zeichner Hannes Gröblacher stellte seine Skizzen vor, die er in oft stundenlangen U-Bahnfahrten von Fahrgästen anfertigte.

Damit ist Hannes aber nicht alleine, denn etwa zur selben Zeit als er anfing seine U-Bahnpeople zu skizzieren (mittlerweile 75 Skizzenhefte voll mit 3000 Wiener Ubahnfahrgästen!), taten dies auch andere in New York, Toronto und anderswo auf der Welt. Auf der flickr-Website kam es dann wohl zum erstaunten Aha-Erlebnis als hüben und drüben des Atlantiks "Subway Sketchers" unabhängig voneinander auftauchten.

Im folgenden poste ich einige Eindrücke von der Location und vom heutigen Abend. Übrigens: Das Theater ist wirklich nett und gemütlich.

(auf die Bilder klicken, um sie zu vergrößern!)
Der erste Eindruck

Das Portal

Der schlichte Flyer mit Hannes Gröblachers Kontaktdaten
(darunter ein Artikel aus dem "Augustin" über die U-Bahnpeople)

Eine "U-Bahnperson", die am 15. Oktober um 8:30 auf der Linie U4 unterwegs war

Der Künstler Hannes Gröblacher vor einigen seiner U-Bahnpeople

Der Anatomiehörsaal von oben

Der Anatomiehörsaal von unten

Der Seziersaal, der heute u.a. eine Bar beherbergt

15 April 2007

Nostalgia...

...bin gerade beim Herumsurfen auf eine Website gestoßen, die in mir nostalgische Gefühle hervorruft: alte Straßenbahnfahrscheine, sogar solche, die vom Schaffner (!) höchstpersönlich entwertet wurden. Also ein Dokument der vor-schaffnerlosen Zeiten (um 1980). Einige dieser Scheine sollten in den Tiefen meiner Archive auch noch zu finden sein. Sollte mal suchen...
Wie die Zeit vergeht... schaffnerlos: Der Text zum grünen Fahrschein auf Strassenbahnjournal.com lautet so:
"Hierbei handelt es sich um den vielleicht letzten Kinderfahrschein, der von einem Straßenbahnschaffner ausgegeben wurde, und zwar am 20. 12. 1996 um 18.15 Uhr im letzten regulären C1 102. Man fand es auch nicht mehr der Mühe wert, die Stempelfarbe aufzufrischen."

copyright: http://www.strassenbahnjournal.com/sjexpo/fahrsch/fs1a.htm